Bedrohtes Leben

Bedrohtes Leben

Eine Auslegung von Psalm 143

Regelmäßige Bibelleser sind immer wieder überrascht, wie oft Erfahrungen und Empfindungen geschildert werden, die sie aus dem eigenen Leben kennen. Mir geht das oft so, wenn ich die Psalmen lese, so zum Beispiel Psalm 143. Den hat ein Mann geschrieben, der sich gewiss war, dass Gott Gebete erhört (Ps 143,1). Er war dankbar dafür, dass der Höchste gerade dann hilft, wenn sich der Beter schmerzlich seiner Unzulänglichkeiten bewusst wird und wenn er sich seiner Verfehlungen schämt.

Oft wird auch gebetet, weil Feinde von innen oder außen Sorge bereiten. In Psalm 143 ruft der Beter: „Der Feind verfolgt meine Seele und schlägt mein Leben zu Boden“ (Ps 143,3). Vielleicht war er einer Feindschaft ausgesetzt, die aus dem eigenen Herzen kommt, wie Sorge, Ärger, Neid oder Verleumdung. Oder es zeigten sich Feinde öffentlich. Das ist auch in unserer Zeit zu erfahren. Christen in islamischen oder hinduistischen Ländern erleben das. Sie werden gehasst und um ihres Glaubens willen verfolgt. Vielleicht aber entsteht Feindschaft auch durch wirtschaftliche Schwierigkeiten oder die politische Lage. Das beklagten vor Jahren Christen in Burundi.

Die Terroristen standen vor der Tür

Ich war seinerzeit für den ERF in diesem zentralafrikanischen Land. Ich besuchte Freunde, die erlebt hatten, wie furchtbar es ist, wenn Feinde, in diesem Fall waren es Terroristen, vor der Tür stehen. Sophonie, der Hausbesitzer, hörte eines Tages Geräusche und Waffengeklirr. Er betete um Bewahrung und bat Gott um Hilfe. Er blieb bewahrt. Eine Zeit lang später erzählte ihm einer der ehemaligen Terroristen, der inzwischen Christ geworden war, dass einer seiner Kumpels, während sie von Tür standen, sagte: „Er betet“ und berichtete: „Wir waren nur ein paar Meter von dir entfernt. Wir hätten durch die Tür schießen können, aber wir haben uns einfach nicht getraut, weil du gebetet hast.“

Wir hier in Europa erfahren in den letzten Jahrzehnten auch manche Grausamkeit, haben aber den Feind – Gott sei Dank – noch nicht vor der Haustür. Doch gibt es Feindseligkeiten unter Nachbarn, Kollegen oder in der Verwandtschaft, die viel Kraft rauben. Viele dieser Schwierigkeiten wären zu vermeiden, wenn die Leidtragenden Gott bitten würden, sie davor zu bewahren in unnötige Auseinandersetzungen zu geraten. Es entbrennt mancher Kampf um Bagatellen oder auf Grund von Missverständnissen. Leider setzen manche Probleme dermaßen zu, dass einer sagt: „Ich bin völlig am Ende!“ (Ps 143,7)

Da gibt es manche Nacht, in der der Schlaf gestört ist und Tage, die einem grau und verloren erscheinen. Man fragt sich, ob das nötig ist. Es geht uns ohne Zeifel wirtschaftlich gut. Und doch gibt es in der Wirtschaft-und Geschäftswelt manches Betrübliche. Es wird so viel gelogen und betrogen und mancher Betrieb wird durch erbarmungslose Konkurrenz kaputt gemacht. Mancher, der noch vor kurzem kaum Sorgen kannte, betet jetzt: „Ich weiß nicht weiter und bin vor Angst wie gelähmt.“ (Ps 143,4)

Erinnerung an Gottes Hilfe

Der Beter von Psalm 143 hat wohl solche Bedrohung erlebt. In seiner Angst wird auf einmal seine Erinnerung wach. Er denkt zurück an früher und daran wie Gott ihm geholfen hat. Er sagt Gott: „Ich halte mir deine großen Taten vor Augen.“ (Ps 143,5) Voll Hoffnung, dass Gott auch dieses Mal helfen werde, streckt er im Gebet Gott seine Hände entgegen. So beten übrigens auch heute viele in Lobpreisgottesdiensten. Hoffentlich nicht aus Routine und ohne sich viel zu denken. Der Beter, von dem wir die Rede ist, wird von der bedrohlichen Lage gequält. Es kommt ihm vor, als stünde er auf ausgedörrtem Land und warte auf Regen Darum betet er, was auch wir bitten dürfen wenn wir in Bedrängnis sind: „Ich breite meine Hände aus zu dir, meine Seele dürstet nach dir wie ein dürres Land.“ (Ps 143,6)

Ein Kommentar zu “Bedrohtes Leben

  1. Lieber Herr Marquart

    Dass wir nun wöchentlich mit der Bilanz beschenkt werden, freut uns sehr!
    Wir wurden durch den erf reich gesegnet.
    In den 70 er Jahren wohnten wir als junge Familie in einem grösseren Wohnblock im Kanton Zürich
    Mit 2 Nachbarsfrauen haben wir uns jeweils die „rauschenden“ Sendungen angehört.
    Sie habem unter anderem dazu beigetragen, dass die jungen Frauen sich bekehrten und auch ihre Kinder den Heiland fanden.
    Nun begleitet uns alle der erf plus durch die Tage und wir sind glücklich darüber.

    Wir beten für Sie und danken Ihnen für den reichen Segen den wir durch Sie erfahren durften.

    Liebe Grüsse Richi und Verena Ehrat

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