Ich habe den Herrn gesehen!

Ich habe den Herrn gesehen!

Osterandacht zu Johannes 20,18

Der Afghane Farid (23) ist muslimischer Theologe, doch er findet keine Erfüllung in seinem Glauben. Auf einer Pilgerreise nach Mekka hat er eine Vision. Er sieht einen Mann mit strahlendem Gesicht und leuchtendem Gewand. Auf Farids Frage, mit wem er es zu tun habe, antwortet der Mann: „Ich bin Jesus Christus“. Er erscheint dem Farid ein zweites Mal. „Hab keine Angst“, sagt ihm Jesus, ich habe einen Plan für Dein Leben.“ Farid bricht die Reise ab und kehrt nach Hause zurück.

Als er seinem Vater, einem Anführer der Taliban, von seinem Erleben erzählt, ist der entsetzt. In einem Folterkeller will er seinen Sohn zu Besinnung bringen. Erst nach 18 Monaten kommt Farid frei. Nun will er wenigstens seine Frau einweihen. Die erzählt ihm , dass auch ihr Jesus im Traum begegnet sei. Trotz brutalster Drohungen seines Vaters hört Farid nicht auf, von Jesus zu reden. Mit seiner Frau kann er schließlich in ein westliches Land fliehen.

Unsichtbar und doch ganz wirklich

„Ich habe den Herrn gesehen,“ berichtet Maria den Jüngern. Kurze Zeit später sehen auch sie den Auferstandenen. Sie sehen ihn wirklich. Das ist uns leider nicht vergönnt. Mit dem Apostel Paulus machen wir die Erfahrung, dass eine Kraft von ihm ausgeht (Phil 3,10). Diese Kraft schenkt Zuversicht, Hoffnung und Freude. Muslimen erscheint er hier und dort auf übernatürliche Weise. Für uns gilt, was Petrus einst Christen geschrieben hat, die verstreut im Gebiet der heutigen Türkei wohnten: „Ihr habt ihn nie gesehen und habt ihn doch lieb. Ihr glaubt an ihn, obwohl ihr ihn nicht seht!“

Wirkt sich das irgendwie aus? „Ja“, sagt Petrus: „Ihr werdet Euch freuen mit unaussprechlicher Freude“ (1. Petr 1,8). Und eines Tages wird er aus der unsichtbaren Wirklichkeit des himmlischen Vaters auf diese Erde zurückkehren. Das wird die Zeit, in der ihn alle Augen sehen werden (Offb 1,7).