„Verlass das Schiff!“

„Verlass das Schiff!“

Es gehört zu den großen Erfahrungen im Laufe unseres Glaubenslebens, dass nicht nur wir mit Gott sprechen, sondern dass wir ihn auch hören. Eine solche Erfahrung hat der große Indien-Missionar Stanley Jones im letzten Weltkrieg gemacht.

Bei Kriegsausbruch befand er sich in China. Als die Japaner mit der Invasion begannen, war ihm klar, dass er möglicherweise den ganzen Krieg dort verbringen müsste, wenn es ihm nicht gelingen würde, China schnell zu verlassen. Er fand einen Frachter, der in Richtung Indien fuhr. Einige persönliche Habseligkeiten brachte er an Bord. Das Schiff schippert langsam von Hafen zu Hafen. Zuletzt wurde noch ein wenig befahrener Hafen in Birma angelaufen.

Ein überraschender Auftrag

Es gehörte zu den Gewohnheiten Stanley Jones, nicht nur um Bewahrung zu bitten, sondern auch darauf zu hören, was ihm der Heilige Geist zu sagen hat. So hörte er, kaum war das Schiff im Hafen, die innere Stimme: „Verlass dieses Schiff!“ Stanley Jones war verwirrt. In diesem Hafen bleiben zu müssen war fast so schlimm wie in China festzusitzen. Aber der Heilige Geist wiederholte seine Aufforderung: „Verlass das Schiff!“ Weil Stanley Jones gelernt hatte auf das zu hören, was ihm durch den Heiligen Geist gesagt wurde, ließ er, wenn auch widerstrebend, seinen Besitz vom Schiff abladen.

Er blieb am Kai stehen, während das Schiff wieder hinaus fuhr. Er fühlte sich wie ein Narr und wusste, dass es nun noch schwieriger werden würde, nach Indien zu kommen. Als das Schiff knapp zwei Kilometer vom Hafen entfernt war, hörte er einen furchtbaren Knall und sah, wie Feuer und Rauch die Luft erfüllten. Das Schiff versank. War es torpediert worden oder auf eine Mine gelaufen? Dr. Jones schaute voll Erstaunen aufs Meer und konnte kaum fassen, was er soeben mit ansehen musste.

Hinhören lohnt sich

Als Stanley Jones diese Geschichte später vor Studenten berichtete, schoss sofort eine Hand in die Höhe: „Wollen Sie damit sagen, dass sie der einzige waren, mit dem Gott gesprochen hat?“ fragte der Student. „Nein“, entgegnete der Gefragte lakonisch, „aber ich war offensichtlich der einzige, der hingehört hat.“

2 Kommentare zu “„Verlass das Schiff!“

  1. Vor allem die Antwort auf die Frage des Studenten hat mich zum Schmunzeln gebracht. Unser Ego führt uns immer wieder dazu, zu meinen wir wären die Einzigen. Nein, Gott ist für uns alle da, wir müssen uns nur entscheiden ihm zu folgen, und das ist für viele Menschen keine leichte Entscheidung.
    Horst Marquardt weiter so. Ich will noch viele Bilanzen lesen.

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