Die Kraft des biblischen Wortes

Die Kraft des biblischen Wortes

Wer gläubig ist, soll beten, dass es Deutschland nicht zu hart trifft.“ Diesen Appell richtete der bayerische Ministerpräsident Markus Söder in der ARD-Politikrunde „Anne Will“ am 22. März an die Zuschauer. Neben der Verlangsamung der Ausbreitung des Coronavirus und der Stärkung des Gesundheitssystems sei das Gebet für ihn eine dritte Maßnahme im Kampf gegen die Infektionskrankheit, so Söder.

Bereits mehrfach hatte sich der 53-jährige seit Ausbruch der Pandemie an die Öffentlichkeit gewandt. Der Ministerpräsident bekennt sich schon lange zu seinem christlichen Glauben. Das Evangelium bezeichnete er als die modernste Botschaft der Welt. Jeden Morgen lese er das Andachtsbuch „Die Losungen“ der Herrnhuter Brüdergemeine und besuche einen Gebetskreis. „Die Losungen“ enthalten für jeden Tag ein alttestamentliches Bibelwort (Losung) und ein neutestamentliches (Lehrtext), dazu einen Liedvers oder ein Gebet.

Hoch aktuelle Losungen

Ich bin auch ein regelmäßiger Leser der Losungen. Viele der biblischen Worte gerade der zurückliegenden Tage haben mich in besonderer Weise angesprochen. Wohl wissend, dass schon vor vielen Monaten die Texte für März 2020 feststanden, war ich immer wieder überrascht von der Aktualität verschiedener biblischer Aussagen. Da war zum Beispiel der mutmachende Vers 11 aus Psalm 115: „Die ihr den Herrn fürchtet, hoffet auf den HERRN“ (4. März). Oder die Losung vom 10. März „Der Herr ist meines Lebens Kraft; vor wem sollte mir grauen?“ (Psalm 27,1). Weitreichender als die Befreiung vom Corona-Virus ist die Bitte: „Herr, führe meine Sache und erlöse mich; erquicke mich durch dein Wort“ (Psalm 119,154 vom 12. März). In ähnlichen Notlagen hat schon mancher, dem die Ungewissheit der Welt zu schaffen machte, gebetet: „Bei dir ist die Quelle des Lebens; und in deinem Licht sehen wir das Licht (Psalm 36,10 vom 14. März).

Jesus ist das wahre Licht

Der Psalmist kannte das wirkliche Licht noch nicht: Jesus. Von ihm wissen wir: Er ist das Licht der Welt (vgl. Johannes 8,12). Er ist der Erlöser. Die Verbreitung des Corona-Virus einzugrenzen – und letzten Endes zu stoppen – fordert von jedem einzelnen verantwortungsvolles Handeln, Besonnenheit und sicher auch Opfer. Aber der Glaubende sieht getrost der Zukunft entgegen. Er weiß, es wird nicht dunkel bleiben. Er bekennt mit dem Losungswort vom 20. März: „Der Herr deckt mich in seiner Hütte zur bösen Zeit. Er birgt mich im Schutz seines Zeltes.“ (Psalm 27,5) Hoffnungsvoll sehen wir der Zukunft entgegen, weil wir wissen (16. März): „Ich rufe zu Gott, dem Allerhöchsten, zu Gott, der meine Sache zum guten Ende führt.“ (Psalm 57,3)