Er fand keine Liebe

Er fand keine Liebe

Immer schon haben europäische Hochschulen junge Männer und Frauen aus Amerika, Afrika und von Asien angezogen. Selbst in den wirtschaftlich so schwierigen Zeiten nach dem Ersten Weltkrieg hatten deutsche und französische Universitäten ihre Anziehungskraft nicht verloren.

Unter den jungen Männern, die aus Asien kamen, um hier zu studieren, waren auch die Chinesen Tschu En-Lai und ein junger Mann, namens Huang. Letzterer wurde ein chinesischer Oratorianer-Pater. Tschu En-Lai wurde weltbekannt als einer der wichtigsten Führer der chinesischen kommunistischen Partei. Nach Errichtung der Volksrepublik China 1949 war er Premierminister und Außenminister. Maßgeblich bestimmte er mit Mao Tse Tung den Weg Chinas. In schwieriger Zeit war er zum Beispiel verantwortlich für die Wirtschaft, um für eine störungsfreie Lebensgrundlage des Landes zu sorgen.

Eine Mutter gefunden

Der Christ Huang ging in einem Zeitungsartikel der Frage danach warum der chinesische Politiker nicht Christ geworden ist. Er schrieb: „Als Tschu En- Lai als junger Mann nach Paris kam, war er noch nicht Kommunist. Als er Europa verließ, war er Kommunist geworden. Ich kann mit 10 Jahren als Kommunist nach Europa, und heute bin ich katholischer Priester. Wie war das möglich?“ Huang gibt selbst die Antwort: „Ich wurde katholisch, weil ich in Europa eine Mutter fand.“

Und er erzählt das bewegende Beispiel einer katholischen Bauersfrau aus den Pyrenäen, die für fremde Flüchtlinge, unter ihnen auch Gottlose, ihre letzten Vorräte aus dem Keller holte und verteilte. Huang war einer von ihnen. Weil er geliebt wurde, fand er zum Glauben und zum Priestertum. Von Tschu En-Lai sagte der der Priester: „Er fand keine Liebe.“ Seine großen Erwartungen, die er mit dem Europa Aufenthalt verbunden hatte, wurden sehr enttäuscht. Er kam zwar aus einer wohlhabenden chinesischen Familie, hätte sich aber in Paris gerne etwas dazu verdient. Er fand aber nur eine Arbeit, die sehr schlecht bezahlt wurde . Huang schließt seinen Bericht mit dem Satz: „Tschu En-Lai fand keine Mutter in Europa.“

7 Kommentare zu “Er fand keine Liebe

  1. Lieber Horst Marquardt,
    danke für die bewegenden Lebenserfahrungen der beiden Chinesen in ihrer Jugend.
    Möge ich, mögen wir immer neu „die Liebe, von der wir leben, liebend an andere weitergeben“ , durch unser Sein, im Gebet… Gott sei Dank für Seine unbegreifliche Liebe in Jesus Christus!
    Danke, dass Du diese Liebe immer noch bezeugst, auch über ERF-Medien.
    Herzliche Grüße der Verbundenheit, Doris Franz

  2. Lieber Horst,
    nun auch einmal ein Gruß aus Deiner früheren Heimat. Mit großem Interesse lesen wir Deine Andachten. Ich war vor zwei Jahren in China und der Bericht lässt Erinnerungen wach werden. Die Gemeinden haben es dort sehr schwer und es gibt diese Gemeinden. Peking nur als eine lebendige Christenschar ist zu nennen. Der christliche Horizont weitet sich und wir können alle dankbar sein, nicht in diesem System leben zu müssen. Jeder stramme Soldat hat meist neben sich einen Feuerlöscher stehen, wir wissen wozu….. Selbstverbrennung als Protest um schnell löschen zu können. Zu Deinem 91. Geburtstag am morgigen Dienstag wünschen wir Dir Gottes reichen Segen und viel Kraft für Dein weiteren Lebensweg mit hoffentlich noch viele gut Andachten. Die Erinnerung an Deine Predigt sind immer noch wach. In herzlicher Verbundenheit grüßen wir Dich Rosmarie und Karl-Heinz.

  3. Die Andachten sind für mich immer ein guter Start in die Woche.
    Danke dafür.
    Auf diesem Wege einen herzlichen Geburtstagsgruß an Sie lieber
    Herr Marquardt.

  4. Gern hätte ich mehr über eeure Chinareise gehört.
    Sehr herzliche Grüße – in ale Verbundenheit
    Horst

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