Unterwegs – von Engeln begleitet

Unterwegs – von Engeln begleitet

Neulich wollte ich einem bestimmten biblischen Begriff nachgehen und benutze dazu eine Konkordanz. Ungesucht stieß ich auf das Wort „Engel“. Überrascht war ich, dass die Engel hundertmal im Alten und 165 mal im Neuen Testament erwähnt werden. Engel leben in der unsichtbaren Wirklichkeit Gottes, wirken aber von Zeit zu Zeit in unsere sichtbare Welt hinein. Sie selber sind in der Regel nicht zu sehen, dafür aber das, was sie tun. Im Psalm 34,8 lesen wir: „Der Engel des Herrn lagert sich um die her, die ihn fürchten, und hilft ihnen heraus.“

Ich habe sicher öfter die Hilfe von Engeln erfahren als mir bewusst ist, aber an zwei Ereignisse denke ich noch heute, obwohl sie Jahrzehnte zurückliegen. Beide passierten auf der Straße.

Den Himmel über mir

Damals war ich als Rundfunkjournalist tätig. Eines Nachts kamen wir wir von einer Reportage. Auf der Autobahn ging es heim. Müde machte ich es mir auf dem Rücksitz bequem. Ich weiß nicht, wie lange ich geschlafen habe. Plötzlich wachte ich durch einen Knall auf. Ganz benommen versuchte ich mich zu orientieren, war aber ziemlich verwirrt, als ich über mir den nächtlichen Himmel sah. Ich sah ihn durchs Fenster. Das aber, so wurde mir langsam bewusst, befindet sich doch eigentlich an der Seite. Was machte das Fenster über mir? Die Erklärung: es hatte einen Zusammenstoß gegeben, unser Wagen war umgefallen und lag auf der Seite. Auch dem Lenker des Fahrzeugs war nichts passiert. Es war ihm sogar gelungen, aus dem Wagen heraus zu klettern. Wie ich rausgekommen bin, weiß ich nicht. Mir ist auch entfallen, was anschließend geschah. Wo waren wir, was geschah mit den anderen, die auch mitgefahren waren, was mit dem Auto? Aber das alles war ja in dieser Stunde unwichtig. Ich fing an zu begreifen, dass ich den Unfall unbeschadet überstanden hatte und noch lebte. Der Engel des Herrn hatte sich um mich gelagert.

Im Schutz der Dunkelheit

Das andere Erlebnis war wohl noch früher. Ich weiß nicht mehr wann, doch ist mir in Erinnerung, dass es in der Zeit kurz nach dem Zweiten Weltkrieg war. Die Straßen waren nur notdürftig wiederhergestellt. Viele Brücken lagen gesprengt in den Flüssen, Kanälen oder Schleusen. Eines Abends war ich mit einigen Kollegen im Auto unterwegs. Keiner kannte die Straße. Wir hatten keine Karte und Navis gab es noch nicht. Wir fuhren schnell, wollten heim. Plötzlich, ohne jedes vorherige Flackern oder etwas ähnliches, ging das Licht aus. Kein Scheinwerferlicht mehr. Alles dunkel. Die Dunkelheit wirkte bedrohlich. Der Wagen war in voller Fahrt gewesen. Der Fahrer kriegte ihn noch zum Stehen. Einige schimpften. Das half nicht. Was war los?

Wir stiegen aus. Einer ging nach vorn, in Fahrtrichtung, machte ein paar Schritte, als er erschrocken stehen blieb und rief: „Komm bloß mal her, aber vorsichtig.“ Er stand am Rand einer gesprengten Brücke. Zig Meter ging es in die Tiefe. Nur rund 10 Meter entfernt von diesem Abgrund stand unser Wagen. Ohne Beleuchtung. Einfach stehen geblieben. Wäre das Licht nicht ausgegangen, wir wären unweigerlich in den Fluss gestürzt. Gott hatte seine Hand über uns gehalten. Engel hatten dafür gesorgt, dass das Licht ausging. Auch den Freunden, die mit im Wagen saßen wurde bewusst: das war kein Zufall, sondern Bewahrung!