Gerettet durch Gebet

Gerettet durch Gebet

In dem Brief, den der Apostel Paulus den Philippern schickte, heißt es unter anderem: „Weil ihr für mich betet und der Heilige Geist mir beisteht, vertraue ich darauf, dass hier alles zum Besten für mich ausgehen wird.“ (Philipper 1,19)

Wie sich das auswirkt, wenn für bedrohte Menschen gebetet wird, erfuhr Ende des letzten Jahrhundert Terrry Waite, Sonderbeauftragter des Erzbischofs von Canterbury. Waite war im Januar 1987 nach Beirut gereist, um dort über die Freilassung westlicher Geiseln zu verhandeln, die von islamischen Extremisten gekidnappt waren. Er ging davon aus, dass selbst brutale Revolutionäre Integrität, Aufrichtigkeit und Offenheit schätzen würden. Er irrte sich. Man nahm ihn fest. Über vier Jahre wurde er in einer Einzelzelle festgehalten, gefesselt an Händen und Füßen. Mit Kabelenden schlugen ihm seine Peiniger immer wieder auf die Fußsohlen und weckten ihn mitten in der Nacht. Nur sein Gottvertrauen und seine Fantasie hätten ihm geholfen durchzuhalten, sagte er später.

Gottes Macht ist größer

Die Kidnapper hatten ihm gesagt: „Du hast noch 5 Stunden zu leben“. Man erlaubte ihm noch einen Brief zu schreiben. Mit einem Stofffetzen musste er sich selbst die Augen verbinden. Dann verspürte er die Mündung einer Pistole am Kopf. Er wartete, aber es fiel kein Schuss. Es war eine Hinrichtung zum Schein. Nach 1763 Tagen wurde er freigelassen war.

Waite, Vater von vier Kindern, hatte Theologie studiert und sich der kirchlichen Laienorganisationen „Church Army“ angeschlossen. Als Bischofsberater war er unter anderem in Uganda. 1980 war er zum „Beauftragten für die inneren Angelegenheiten“ des Erzbischofs von Canterbury ernannt worden. Angehörige der „Church Army“ organisierten nach seinem Verschwinden einen ständigen Gebetsdienst. Trotz vieler Gerüchte, er sei umgekommen, wurde in 100 anglikanischen Kirchen Großbritanniens eine „Terry-Waite-Gebetsecke“ eingerichtet. Tausende von Christen in Großbritannien und darüber hinaus beteten in großer Treue. Ende 1990 wurde dieses Gebet erhört.